Der Sinn der Fotografie

Was genau will man eigentlich?

Das ist eine verdammt gute Frage.
Ich habe sie mir einfach zu lange nicht gestellt. Demnach habe ich einfach gemacht worauf ich Lust hatte, quasi alles quer durchs Beet.
In einem Anflug von schonungsloser Offenheit hat mir Maria dann mal gesagt, dass ich keinen roten Faden in meinen Arbeiten hätte. Weder im Thema noch im Stil. Meine Antwort darauf:“Ich mache halt worauf ich bock habe und hab keine Lust mich irgendwie festlegen zu wollen.“ Und damit widersprach ich mir selber.

So oft hab ich gesagt „konzentrier dich auf einen Punkt und sei gut darin… scheiß auf den Rest“, aber wie beim Schuster mit den schlechtesten Schuhen hör ich auch selber nicht auf meinen eigenen Rat.
Das führte dann leider dazu, dass mich die Fotografie anfing zu langweilen. Man will etwas machen ohne dahinter zu stehen, freie Projekte die einem selber überhaupt nicht entsprechen und es fängt an zäh zu werden.

Der Aha-Effekt

Den Aha-Effekt lieferte dann ein Shooting in Kooperation mit Tobi , welches genau so ein Shooting wurde was ich im Grunde gar nicht machen will. Obwohl die Ergebnisse ankamen war ich mit allem sehr unzufrieden. Es war eher ein Krampf das ganze über die Bühne zu bekommen und demnach waren auch die Resultate für mich wenig berauschend.

Also was machen?

Den ganzen Kram an den Nagel zu hängen ist wohl keine Option. Also habe ich mich mal mit Tassja unterhalten. Eine der wenigen Personen in meinem näheren Umfeld, deren Meinung im Bereich Fotografie in meinen Augen ein Gewicht hat. Und es traf mich der Lattenzaun mit samt Vorgarten direkt ins Gesicht.

Ich habe zu sehr versucht irgendwas zu sein was ich im Grunde gar nicht sein will.

Die Fotografie ist für mein kein Medium mich auszudrücken, sondern der Welt zu zeigen wie die Welt ist. Seit je her wollte ich Menschen etwas zeigen was sie so nicht mehr sehen oder nie gesehen haben. Und das auf keinem besonders geschönten Weg sondern so wie es ist. Mal lustig oder traurig, mal lieb oder mal frech, aber immer echt.

Ergo- Also

Was heißt das jetzt für mich: wohl mir treu bleiben und den roten Faden suchen. Vielleicht auch mal öfter auf mich selbst hören. Und das Fotografieren was ich sehe.
Nichts künsteln und erzwingen, was nicht erzwungen werden möchte. Ist dann wohl der schwierige Weg des Bilderns… aber einer der mir mehr Spaß macht.

Wie ist das wohl bei anderen?? 
Wieso habt ihr mit dem Fotografieren überhaupt erst angefangen?

Ganz getreu dem Motto „Wer fragt läuft Gefahr auch eine Antwort zu bekommen!“

Ich glaub mein nächster Tee wartet auf mich.

Dieser Eintrag wurde in Meinungen veröffentlicht.

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