Ich nehme mir jetzt mal die Freiheit

Hab ich wirklich die Freiheit zu tun was ich will?

Am Montag hab ich ein recht Interessanten Post gelesen. „Der April macht was er will. Könnt ihr das auch?“ und viele kommentierten da drunter einfach nur ein „ja“. Das regete mich selber aber dazu an mal wieder einen Gedanken zum Thema „Freiheit“ zu verschwenden.
Was ist Frei und wie Frei sind wir eigentlich in unserem kleinen Mikrokosmos?

Die These

Also wir gehen davon aus, dass wir in Freiheit leben, weil wir unser Haus verlassen können ohne das uns jemand daran hindert, dass wir auf dem Sofa liegen können und den Fernseher anschalten können wann wir das wollen, wollen wir nach Island reisen dann kaufen wir uns ein Ticket und reisen nach Island, wenn wir uns eine Pizza bestellen wollen dann tuen wir das und wenn wir kritische Medien gucken wollen dann tuen wir auch das. Wir haben also die Freiheit zu tun was wir wollen, wann wir es wollen und auch wo wir es wollen.

Also haben wir die Freiheit zu entscheiden was gut für uns ist und was wir so anstellen möchten; oder vielleicht auch nicht?

Der Gedanke

Ich sehe das einfach nicht so, klar kann ich mich erstmal recht frei bewegen, aber das eben nur in einem gewissen Rahmen. Möchte ich jedoch als Europäer aus dem Schengenraum raus geht das meißt nicht ohne Visum oder Einreisegenehmigung. Wo ist da also die Freiheit selber zu entscheiden wo ich hin möchte, wenn ich da wo ich hin will im Grunde eine Erlaubnis brauche von fremden, die darüber entscheiden wo ich hin darf oder nicht?! Oder als anderes Beispiel: Möchte ich auf meinem Baugrundstück es bauen muss ich mich an die Regelungen im Bebauungsplan halten. Wo ist dann die Freiheit mit meinem Grund zu tun was ich möchte und drauf zu setzen was und wo ich das will?
Selbst das Denken und Handeln wird durch bewusste Manipulation der Werbung gesteuert, es werden Farben und Formen eingesetzt auf die der Mensch reagiert. Zusätzlich dazu kommt auch noch die bewusste Platzierung von Werbemitteln oder Artikeln, die den Menschen zu bestimmten Handlungen bewegt. Da hilft die Psychologie extrem weiter. Wer bückt sich denn schon gerne im Geschäft zu den günstigen Artikeln, wenn er in Griff und Augenhöhe auch welche, zwar teurere aber immerhin mit weniger Aufwand verbundene Artikel, hat?

Braucht der Mensch also wirklich die absolute Freiheit sich selber zu entscheiden oder ist es wesentlich einfacher andere für einen selbst die Entscheidungen treffen zu lassen?

Was ist denn die schlimmere Freiheitsberaubung: Einen Raum nicht verlassen zu können oder sein Individuum aufzugeben?

Was haben wir davon?

Das Leben ist wirklich so viel einfacher, wenn man nicht selber entscheiden muss. Ich hatte das auch schon, dass ich Einkaufen musste und im Endeffekt nichts gekauft habe, weil ich mich nicht entscheiden konnte was ich wirklich haben will. Ich hasse es einzukaufen.

Aber was haben wir von einem Freiheitsgedanken, der eigentlich nur eine Illusion darstellt?

Wir können nicht machen was wir wollen ohne Rücksicht auf andere solange wir in einer Gesellschaft leben. Ich bewege mich nur in meinem Rahmen und das tue ich bewusst, weil ich auch weiß, dass alles was ich tue nicht nur Konsequenzen für mich sondern auch für die Leute um mich herum hat. Ist es dann wirklich so wichtig die Freiheit zu haben alles zu tun was machen möchte?! Man müsste in permanenter Angst leben, dass es einem Mitmenschen plötzlich in den Sinn kommt, dass ihm meine Nase nicht passt und es was dagegen tun will.

Was wir aber haben ist die Freiheit der Entscheidung. Wir können uns aussuchen wie wir in dem begrenzten Rahmen unser Leben und unsere Zukunft gestalten möchten und dazu gehört auch „Die Wahl“. Ich möchte nicht politisch werden. Nichts liegt mir ferner. Ist nur ein wichtiger Punkt wie wir unser Leben gestalten möchten.

Damit meine ich nicht die „Lebensoptimierer“ die einem erzählen wollen, dass man die begrenzte Zeit auf dieser Welt mit möglichst viel spannendem Zeug füllen muss, weil man ja nur einmal lebt und man sollte die Zeit bewusst genießen. Ich glaube, wer das behauptet hat die Wunder vor seiner eigenen Nase nie wirklich gesehen. Klar ist der Grand Canyon beeindruckend. Aber niemals so faszinierend, wie deine kleine Tochter, die plötzlich laufen und sprechen lernt.

Echte Freiheit

Denn was wirklich frei an uns ist und was uns keiner nehmen kann und niemand nehmen sollte sind unsere Gedanken. Wie das Kinderlied schon sagt „Die Gedanken sind frei… kein Mensch kann sie wissen, keiner Jäger sie schießen…“. Nur man darf nicht aufhören Kritisch zu sein, man darf nicht aufhören mehr wissen zu wollen. Man darf sich von der Herde nicht erzählen lassen was gut und was schlecht ist ohne sich ein Bild zu machen.

Wir leben in einer Gesellschaft, die so sehr darauf Bedacht ist gemocht zu werden über Instagram oder Facebook, dass sie nur noch das macht was andere wollen. Sie nehmen sich selber die Freiheit wirklich zu entscheiden was für sie das beste ist und die sozialen Medien leben davon.

Ich will noch gar nicht mal davon sprechen, dass die Telefone, Fernseher, Rechner, Internet einen permanent überwachen, checken wo man ist, was man da tut, mit wem man das macht und wieso.

Diese Freiheit lasse ich mir bewusst aus Bequemlichkeit nehmen. Was ich mir aber nicht nehmen lasse selber zu entscheiden was richtig oder falsch ist.

 

Puuuhhh… und jetzt erstmal den Kopf durchspülen gehen.