Kaffeetasse auf unterlagen

Ein Zweifel bleibt immer

„Wie man es macht, macht man es Falsch. Ist macht man es einmal Falsch ist auch nicht Richtig!“

So geht’s mir irgendwie sehr oft, da ich mich als Person ungerne verstelle, weil ich es einfach nicht kann, und mein Mund auch oft schneller ist als mein Kopf kommt das was ich sage oder tue einfach zu oft falsch an. Ich ecke an und das hinterlässt bei meinen Mitmenschen wohl zu oft einen schalen Nachgeschmack. Meinungen offen sagen zu bestimmten Themen ist so oder so verpönt, egal wie oft beteuert wird, dass man doch ehrliche Leute lieber hat und wenn man dann wirklich ehrlich ist, unabhängig vom Ton, ist es dann auch falsch.

Da bleibt mir doch die Frage „Also was jetzt?“ Soll ich wirklich nach dem Mund reden? Das kann ich aber leider nicht, weil ich geistig dazu überhaupt nicht in der Lage bin. Es fehlt mir einfach der Zugang zu so einem, in meinen Augen, falschen Verhalten.

Letztens bekam ich auf eine Shootinganfrage ein einfaches und klares „Nein!“. In dem Moment war es sehr befremdlich, weil ich sowas noch nicht erlebt hatte, bis dahin wurde man immer vertröstet oder die Personen haben gar nicht reagiert oder erste Euphorie wich ganz schnell eisigem Schweigen.

Auf der einen Seite feiere ich das klare, aber kalte „Nein!“ schon ein wenig, weil man 100% weiß woran man ist, auf der andere Seite wirkt allein schon das Ausrufezeichen am Ende irgendwie aggressiv was die ganze Aussage wie ein Schlag vor den Kopf wirken lässt. Man kann auch auf verschiedene Weise ehrlich sein.

Zusätzlich kommt ja auch noch, dass es scheinbar auch noch gewichtig ist, wie sehr man bei seinen Fotografen-„Kollegen“ in der Gunst steht. Denn wer weiß schon wer sich wie das Maul zerreißt.

Es macht mich traurig, dass vermeintlich falsche Meinungen gute Freundschaften sprengen.

Ich finde es traurig, dass sich der eine dem anderen die Butter auf dem Brot nicht gönnt.

Ich bin auch nicht frei von Neid und das bei weitem nicht und manchmal hasse ich mich dafür, da es nur ein unnötiger Ballast ist. Als würde es mir schlechter gehen nur weil jemand das hat was ich gerne hätte und oft hält mich meine Sturrheit, Angst oder Faulheit einfach nur davon ab das gleiche zu haben. Ich bin also selber Schuld und trotzdem, obwohl ich das weiß bin ich neidisch. Ist das nicht furchtbar dumm?

Und jetzt?

Und was hab ich nun falsch gemacht? Ich bin wie ich bin und das passt nicht? Wer passt schon überall rein. Wieso ist die heutige Gesellschaft nur daran interessiert sich nur mit möglichst positivem zu Umgeben und alles vermeintlich komplizierte aus dem Leben auszuschließen? Gibt es nicht mehr der Wunsch an einer Herausforderung zu wachsen? „Trenn dich von dem was dich bremst!“ Heißt es doch oft von irgendwelchen Lebenscoaches. Aber wovon bremst und würde das was dich bremst nicht auch manchmal retten vor dem ungebremst schlag ins Gesicht? (Klippe, Baum … jede Metapher funktioniert)

Ist ein Miteinander nicht oft wünschenswerter als nur eine Ansammlung von Menschen, die einem fröhlich ins Gesicht lachen und aber trotzdem nur Ihr eigenes Ziel im Blick haben? Denn darauf läuft das doch dann hinaus. Wenn man sich von allem negativen trennt bleibt nicht mehr zum reiben und nichts mehr zum persönlichen Wachstum. Denn wer entwickelt sich schon in guten Zeiten? Veränderung passiert nicht, wenn es einem gut geht. Diversität ist der Stichwort.

Neue Ideen kommt doch nur, wenn man sich mit etwas befasst was man noch nicht kennt. So geht es mir zumindest. Oder man betrachtet was man schon kennt aus einem anderen Blickwinkel. Sowas kann auch im tatsächlichen Sinn schon eine Offenbarung sein. Was passiert erst wenn man neue Ideen zulässt?

Und trotzdem bleibt ein Zweifel

Egal wie gut man es meint, woher weiß ich das es auch so aufgenommen wird. Vermutlich bleibt mir nichts weiter, als es immer wieder zu versuchen, bis es mal klappt. Denn jeder noch so kleine Erfolg ist dann ein Sieg. Mut finde ich in dem Satz „Der Meister ist öfter gescheitert als es der Lehrling überhaupt versucht hat.“

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