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Die Kunst den Künstlern

Die Kunst den Künstlern

Eine Diskussion hat mich letztens zu dieser Frage geführt.
-Sollte Kunst nur eine bestimmten „Elite“ vorbehalten werden, die die Kunst auch als solche vermeintlich zu erkennen weiß oder sollte Kunst allgemein zugänglich sein und jedem die Chance gegeben werden die Kunst als solche zu sehen?-

Mir geht es dabei nicht um kunstgeschichtlichen Hintergrund und wer hat mit wem gesprochen um nachher das und das zu machen. Mir geht es einfach und allein um die Schönheit der Kunst. Jedes Werk hat doch das Potential außenstehende zu erreichen und nicht nur sein Milieu in Begeisterung zu versetzen und jeden anderen außen vor zu lassen.

Wikipedia sagt:

„Das Wort Kunst bezeichnet im weitesten Sinne jede entwickelte Tätigkeit, die auf Wissen, Übung, Wahrnehmung, Vorstellung und Intuition gegründet ist (Heilkunst,[1] Kunst der freien Rede). Im engeren Sinne werden damit Ergebnisse gezielter menschlicher Tätigkeit benannt, die nicht eindeutig durch Funktionen festgelegt sind.[2]
Kunst ist ein menschliches Kultur­produkt, das Ergebnis eines kreativen Prozesses.[3] Das Kunstwerk steht meist am Ende dieses Prozesses, kann aber seit der Moderne auch der Prozess selbst sein…“ (Hier der komplette Artikel dazu)

Somit kann ein Tanz auch Menschen fesseln, die mit Tanz überhaupt nichts am Hut haben. Ein Gemälde kann doch Emotionen in Menschen wecken die über das bloße Wort „Schön“ hinaus gehen. Und die Fotografie ist doch mehr als nur Dokumentation des Zeitgeschehens: Sie ist Ausdruck und Darstellung von Möglichkeiten. Jemand hat mal gesagt „Ein Foto sagt nicht länger die Wahrheit. Es schlägt nur eine Möglichkeit vor.“ Gerade im digitalen Zeitalter wo Photoshop Bilder retten kann, können Bilder damit auch komplett neu kreiert werden. Die Fotografie wird damit zum Erschaffer und auch gleichzeitig zum Teilhaber.

Dann ist doch die Frage, wen will ich mit meiner Kunst erreichen? Tanzt der Tänzer nur für andere Tänzer, schreibt der Autor nur für Autoren und malt der Maler nur für Maler? Muss ich als Laie den Einfluss eines dritten Künstlers auf ein Bild erkennen müssen oder reicht es nicht, wenn mich das Bild als solches bewegt?

Mich persönlich interessiert die Geschichte der Fotografie sehr. Wer hat was gemacht, wann und wo, was hat er sich gedacht und wie hat er gearbeitet. Früher war bestimmt nicht alles besser, aber es war viel langsamer. Man hatte mehr Zeit auch mal einen Moment inne zu halten. Heute muss man sich diese Momente erkämpfen. Und ich dachte auch eine Weile „nur weil es alt aussieht ist es besser“. Klar hat der „alte Look“ seinen Charme, weil es nostalgisch ist. Es erinnert uns an die vermeintlich besseren Zeiten. Da darf das Bild doch gerne alt sein. Aber wieso weint man der scheinbaren Leichtigkeit seiner Vergangenheit hinterher und schafft sich nicht eine neue Leichtigkeit. Ich habe mich dazu entschieden in einem gewissen Rahmen das künstliche Alter aus meinen Bildern zu nehmen. Denn es gibt auch noch analoge Fotografie.

 

Sehr schwere kost für halb 10 uhr morgens und es gibt hier kein Knoppers.
Muss wohl wieder der Tee her halten.

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