Bescheidenheit? Wer ist das?

Wer ist denn heutzutage noch wirklich Bescheiden?

Nach einem gestrigen Disput habe ich mich mal mit dem Thema „Bescheidenheit“ auseinander gesetzt.

Also das sagt Wikipedia:

Bescheidenheit (von „sich bescheiden“, „sich zurücknehmen“, „sich begnügen“, „verzichten“) ist im heutigen Sprachgebrauch gleichbedeutend mit „Genügsamkeit“, „Anspruchslosigkeit“, „Einfachheit“, „Zurückhaltung“. Sie kann sich auf die Wesensart eines Menschen beziehen (= Bescheidenheit als Charakterzug) oder auch nur ein bestimmtes Verhalten auszeichnen (= einfache Lebensführung, Luxus­verzicht). In der positiven Bewertung bildet sie den Kontrapart zu Begriffen wie „Geltungssucht“, „Überheblichkeit“, „Unbescheidenheit“, „Maßlosigkeit“ oder „Prunksucht“…
Quelle: Wikipedia

„Eigenlob stimmt“

Das Buch von Sabine Asgodom „Eigenlob stimmt: Erfolg durch Selber-PR“ spricht das Thema sich seiner Stärken bewußt zu sein und offen damit umzugehen und diese offen zu zeigen.

 Um das nicht falsch zu verstehen:

Ich finde es ganz wichtig, dass man sich seiner selbst bewußt ist. Welche Fähigkeiten man hat und wie gut man darin ist.
Es ist jedoch ein Unterschied ob man sein Umfeld permanent wissen läßt was man von sich hält oder ob man sich zur richtigen Zeit einbringt und mehr mit seinen Taten als durch schön gefärbte Worte glänzt.

Und würden wir nicht alle durch ein bisschen mehr „Genügsamkeit“ profitieren? Nicht immer mehr und mehr haben wollen und den Hals nicht voll kriegen?

Natürlich sollte man seinen Wert kennen und wissen wann man der richtige für etwas ist und wann man sich besser zurück halten sollte. Deswegen ist Selbstbewusstsein wohl kaum das gleiche wie Überheblichkeit. Wird wohl aber gerne verwechselt.

Und was ist falsche Bescheidenheit?

Falsche Bescheidenheit ist wohl in diesem Zusammenhang eher Unsicherheit. In meinen Augen ist diese Form nur dazu da um seine eigenen Fähigkeit absichtlich herunter zu spielen um sich die Bestätigung von anderen zu „angeln“, wenn man schon nicht gelobt wird wird sich die Bestätigung auf der „Mitleidsschiene“ geholt.
Es würde dabei wohl aber auch reichen seine Fähigkeiten zu reflektieren und ehrlich zu sich zu sein. Und auf Basis dieser Erkenntnis sich selber einzuschätzen. Dadurch kann auch Selbstsicherheit und Selbstbewusstsein wachsen.

Was ist denn nun besser?

Beschränken wollen sich wohl die wenigsten oder auch mal bewußt verzichten. Dazu gibt es ja auch Fastentage und danach kann man sich wieder der Maßlosigkeit hingeben. Aber von sich aus einmal sagen: „Nein das brauche ich nicht“ und „Der kann das wirklich besser“ oder „Hier habe ich echt verloren“. Sie bewusst etwas negatives oder sich selber die Schuld für etwas einzugestehen was man nicht erreicht hat fällt uns doch allen sehr schwer. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass je offensiver ich damit umgehe um so besser kann ich auch an Fehlern arbeiten die ich gemacht habe und die zu dem versagen geführt haben.
So ehrlich wie ich zu anderen bin, so ehrlich bin ich auch zu mir selber.

Mein Umfeld sieht das aber nicht, denn ich zeige es bewusst nicht. Und es wurde mir in letzter Zeit auch wieder bewiesen, dass es besser ist wirklich nicht alle alles immer wissen zu lassen was meine Person betrifft.  So wirke ich dann wohl auch einige dann auch eher unbescheiden.

Also kurz und knapp:
Natürlich sollte man sich seiner selbst bewusst sein um auch wohl erfüllt leben zu können und um zu wissen was man machen und was man besser andere machen lassen sollte. Die Bescheidenheit hier bestünde wohl darin seine Taten für seine Qualitäten sprechen zu lassen. Hingegen sein Umfeld durchweg mit seiner eigenen Großartig zu blenden und immer wieder darauf rum zu reiten wirkt eher aufdringlich und anstrengend. Immer besser, immer größer, immer toller: Von dieser Sorte kennt mit Sicherheit jeder jemanden.
Etwas kürzer zu treten und mal jemanden anderen den Vortritt zu lassen oder jemandem zu helfen wäre wesentlich großartiger als nur davon zu reden.

… und jetzt…??

Aber vielleicht liege ich auch komplett falsch mit meiner Meinung zu dem Thema…
Jetzt würde wohl der versierte Blogger fragen: Wie seht ihr das?
Ich aber lasse das einfach so im Raum stehen.. in diesen Zeiten steht es ja jedem gänzlich frei sich dazu zu äußern ohne das ich eine „Call to Action“ ausrufen muss oder?

Credits: ©Titelbild - Pixabay
Dieser Eintrag wurde in Meinungen veröffentlicht.

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